Batschka (Bácska)

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Dettling Weltweit

eine Region im heutigen Serbien und Ungarn gelegen

Batschka

(Quelle: www.dvhh.org/batschka Historische Siedlungskarte 1930-1944 von Sonnleitner&Kopp-Krumes)

Die Geschichte der deutschen Besiedelung

Abgeleitet von der mittelalterlichen Festung Batsch nordwestlich von Novi Sad in Serbien erhielt diese Region ihren Namen. Ab 1699 kam die Batschka in den Besitz der Habsburger, die eine intensive Kolonisation durch deutschsprachige Siedler anstrebten, nachdem durch die Türkenkriege weite Landstriche entvölkert waren.

Etwa 1730 setzte aus politischen und militärischen Gründen die deutsche Besiedelung ein und endete 1885. Eine der ältesten Ansiedlungen mit Deutschen dürfte Neusatz, damals Raitzenstadt genannt, gewesen sein. 1733 entstand auf Privatbesitz Neudorf an der Donau. Kurz darauf kam es im Rahmen der maria-theresianischen Ansiedlung unter den Grafen Grassalkovich und von Cothmann zu Ortsgründungen oder zum Auffüllen bestehender Orte mit Deutschen auf Staatsbesitz, den sogenannten Kameralgütern:

Kolut (1757), Bukin (1749), Apatin (1749), Hodschag (1756), Gakowa (1764), Kernei (1765), Kruschiwl (1767), Gajdobra, Filipowa (1762), Sentiwan, Karawukowa (1767), Weprowatz, Palanka, Neu-Futok und viele andere.

In der inneren Batschka wurden nach dem Toleranzedikt Josephs II. in der sogenannten josephinischen Ansiedlungsperiode 1780-1790 vornehmlich protestantische Dörfer gegründet: Alt- und Neu-Werbass, Alt- und Neu-Ker, Alt- und Neu-Schowe, Alt- und Neu-Siwatz, Sekitsch, Feketitsch, Torschau, Tscherwenka und andere.

In der nachjosephinischen Zeit entstanden 1801 auf Kronland Rigitza-Legin und auf Privatland Tscheb. Im Donau-Theiss-Winkel, der bis weit in das 19. Jahrhundert zur Militärgrenze gehörte (Tschaikisten-Bataillon), tauchten Deutsche als Siedler relativ spät auf, z. B. in Katsch oder Josefsdorf; Neudorf entstand erst 1885. Es hadelte sich dabei um Nachkommen der Erstsiedler, die weitere landwirtschaftliche Flächen suchen mussten, weil der Kinderreichtum der dritten und vierten Siedlergeneration eine Verknappung mit sich brachte. Auch in Syrmien entstanden viele Orte durch Weiterwanderer aus der Batschka.

1802 wurde Bács-Bodrog begründet, wobei für das neue Komitat das alte Wahrzeichen der Stadt Batsch verwendet wurde. Dieses zeigt den Apostel Paulus mit einem zweischneidigen Schwert in seiner Rechten und einer Bibel in seiner Linken. Zur Hauptstadt allerdings wurde Sombor. Nach der Revolution 1848/49 kehrte die Batschka zur Serbischen Wojwodschaft und nach der Bildung der Österreich-Ungarischen Doppelmonarchie 1867 als Komitat Bács-Bodrog zu Ungarn.

Ab 1918 wurde sie Ungarn zugesprochen. Nach häufigen Aufständen der nicht-ungarischen Bevölkerung und der Niederlage Österreich-Ungarns im 1. Weltkrieg wurde der größte Teil der Batschka wieder Serbien zugeschlagen. Nur der kleinere nördliche Teil blieb bei Ungarn, das diese Teilung widerwillig mit dem Friedensvertrag von Trianon am 4. Juni 1920 anerkennen musste.

Nach dem Vertrag von Trianon 1920 wurde die Batschka und damit dieses deutsche Siedlungsgebiet in zwei Teile zerrissen; etwa 5/6 kamen zum neugegründeten Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (Jugoslawien) und 1/6 verblieb bei Ungarn. Nach der Volkszählung am 31.03.1931 lebten im damaligen Jugoslawien ca. 500.000 Personen mit deutscher Muttersprache.

Im 2. Weltkrieg wurde während des Balkanfeldzugs 1941 das Königreich Jugoslawien durch die deutsche Wehrmacht besetzt und die südliche Batschka dem faschistischen Ungarn angegliedert. Zwar wurden die Donauschwaben angesichts des Vormarsches der Roten Armee evakuiert, aber in der Batschka und dem Banat wurde zu spät begonnen. So blieben viele zurück, die als deutsche Minderheit die Folgen des 2. Weltkriegs zu spüren bekamen.

Die Batschka wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in den neuen kommunistischen Staat Jugoslawien einverleibt. Genozid, Flucht und Vertreibung führten zu einem nahezu vollständigen Verschwinden der Donauschwaben aus der heutigen Batschka. Erst als die 1945 eingerichteten Lager allmählich aufgelöst wurden, konnten ab 1947 größere Gruppen ausreisen oder flüchten. Das Gebiet wurde mit der Zeit durch Jugoslawen aus ärmeren Regionen besiedelt.

Nach Auflösung Jugoslawiens 2003 gehört die Region heute zu Serbien und Ungarn.

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